RGZV 1901 Steinbach

Mir krähe seit 120 Joarn

In diesem Jahr erinnern wir mit einer großen Geflügelausstellung an die Gründung unseres Vereins vor 120 Jahren.

Im Januar 1901 trafen sich 29 Steinbacher, 9 Liebensteiner , 5 Schweinaer, 3 Gumpelstädter und 1 Gelügelfreund aus Lauterbach in Steinbach und gründeten den Geflügelzuchtverein Steinbach und Umgebung. In den Anfangsjahren stand der Erfahrungsaustausch unter den Züchtern der Besuch von Geflügelbörsen, die Literaturbeschaffung sowie die Organisation und Durchführung einer jährlichen Geflügelausstellung im Vordergrund. Schriftliche Nachweise der Tätigkeiten finden sich nur in Form von jährlichen Abrechnungen der Einnahmen und Ausgaben. Der Rechnungsführer war Georg Aschenbach, welcher hier ordentlich Buch führte. Der Mitgliedsbeitrag wurden monatlich mit 20 Pfennig kassiert.

Im Jahr 1904 gibt die Abrechnung der Geflügelausstellung einen Einblick in die Bedeutung dieser Ausstellungen. Es wurden 262 Eintrittskarten á 20 Pfennige an Erwachsene und 72 Eintrittskarten á 5 Pfennige an Kinder erkauft. Damit wurden die Einnahmen für den Verein von über 56 Mark erwirtschaftet, was die Ausgaben nicht ganz deckte. Der Verein hatte immer mit geringen wirtschaftlichen Mitteln zu wirtschaften und für seine Mitglieder zu organisieren.

Ab dem Jahr 1906 waren die Mitglieder auch in dem Kreis- und dem Landesverband organisiert. Die Verbindung und Freundschaft zu den inzwischen im Umkreis gebildeten Vereinen war und ist auch heute noch wichtiger Bestandteil des Vereinsgeschehens, auch über Landesgrenzen damals und heute hinweg. So bestanden bereits sehr früh enge Freundschaften über “den Berg hinaus” nach Ruhla, Winterstein und Brotterode, die uns auch heute noch sehr wichtig sind.

Am 31. Dezember 1919 vereinigten sich die beiden in Steinbach bestehenden Vereine – der Geflügelzucht- und Nutzgeflügelzucht-Verein zum Geflügelzucht-Verein. Der Beitritt zum Landesverband Sachsen-Meiningen Geflügelzüchter-Vereinigung wurde beschlossen.
Der Vorstand bestand aus:

Herrn Johannes Iffert – Vorsitzender
Herrn Karl Eichel – Kassierer
Herrn Gustav Aschenbach – Schriftführer
Herrn August Eckardt – Zeugverwalter

Seit dieser Zeit gibt es regelmäßige Aufzeichnungen über die Arbeit des Vereins. In regelmäßigen Mitgliederversammlungen wurden die Probleme der Züchter diskutiert und notwendige Dinge auf den Weg gebracht.

Züchterporträts

Der Verein besteht aktuell aus 23 Mitgliedern mit 2 Mitgliedern unter 18 Jahre.

Mehr Infos zu unseren Züchtern findet ihr hier. 

So feier ma

Unser Vereinsleben besteht nicht nur aus dem Züchten des Rassegeflügels. Wir halten es auch auf andere Weise lebendig!

So werden regelmäßig Dorffeste, Kindertage und Wandertage organisiert, große Highlights sind außerdem das Hähnekrähen und gemeinsame Ausstellungsbesuche.

Hier finden Sie alle aktuellen Termine.

RGZV Steinbach

Vorsitzender Alexander Möller
Liebensteiner Straße 46
36448 Bad Liebenstein OT Steinbach

+49 173 4714479
alex-trueser[at]web.de

Gefördert durch:
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JUBILÄUMSSCHAU 2022
Dieses Jahr findet unsere Jubiläumsschau statt. Für das leibliche Wohl ist rund um die Uhr bestens gesorgt.
JUBILÄUMSSCHAU 2022
Dieses Jahr findet unsere Jubiläumsschau statt. Für das leibliche Wohl ist rund um die Uhr bestens gesorgt.

Unser "Doktor" Detlev

Mein "geflügelter" Lebenslauf

Als Kriegsprodukt erblickte ich 1940 als Nachzügler Breslauer Auswanderer das Licht dieser Welt in unserem Bergdorf Steinbach.

Im November 1953 trat ich als 13 jähriger Jungzüchter dem RGZV Steinbach bei. Die Vorarbeit hatte mein Nachbar und Schulfreund Peter Fleck gelegt. Dieser besaß schon 2 Jahre gemeinsam mit seinem Bruder (beide wohnhaft in der Liebensteiner Str. im „Familienhaus“) einen kleinen Taubenschlag, gefüllt mit einer Anzahl Brieftauben. Fast täglich wurden die Tauben beim Anflug beobachtet und Fleckwurde nicht müde die Gewohnheiten der Brieftauben und den Jahresablauf einschließlich dem Brutgeschehen zu erklären.

Damals war der Zuchtstand der Rassetauben (Thüringer Weißköpfe, Coburger Lerchen, Starenhälse, Kröpfer usw.) nicht wie heute. Die alten Züchter hüteten ihre Tauben und gaben kaum welche ab, schon gar nicht an Schulkinder! So keimte bei mir der Wunsch auch Tauben zu halten. Ich mußte nur noch die Genehmigung meines Vaters bekommen, der dann nach mehreren „Verhandlungen“ sein „ja“ gab. Im Nordgiebel unseres Wohnhauses begann ich im Sommer 1953 mit Schwarten von dem Sägewerk Berlit einen kleinen „Stitz“ zu bauen mit Ausflug durch das Giebelfenster. Vom Dieter Scharf bekam ich ein Paar blaugehämmerte Brieftauben für 24 Mark. Es waren flügge Jungtauben. Ein zweites Paar waren Feldflüchter vom Bäcker Günter Scharf im „ Kartelstöpfchen“, die allerdings nach 3 tägigem Eingesperrtsein wieder ihren Heimatschlag aufsuchten.    

Mit dem 1 Paar wurde also überwintert, waren in Freiflug und begannen 1954 mit der Brut. Sie wurden täglich mit Futter ect. Versorgt, flogen aber trotzdem zum „Feldern“ in die Natur, wobei diese auch ihre flüggen Jungtauben mitnahmen. Eines Tages im Sommer kehrten abends nicht alle Tauben zurück, 3 fehlten. Am nächsten Tag kam ein Jungtier zurück, hatte aber einen aufgerissenen Kropf. Ich mußte nun eine Notschlachtung vornehmen, die erste in meinem Leben! Da hatte wohl ein Habicht oder Wanderfalke zugeschlagen. Es herrschte Trauerstimmung! 

Im gleichen Jahr hatte ich Konfirmation. Hier erhielt ich als Geschenk das Buch „Flugsport mit Reisetauben“. Nach dem Studium dieses Buches war mir klar, daß für mich und meine Möglichkeiten, eine Fortsetzung der Taubenhaltung mit Brieftauben nicht in Frage käme. Auch waren Brieftauben auf den Rassegeflügelausstellungen eher Außenseiter. Daher beschäftigte ich mich mit Farbentaubenrassen. Solche konnte ich auf einer Ausstellung im Hotel Wälz in Bad Salzungen „in natura“ sehen. Thüringer Schildtauben in blau gefielen mir recht gut. Aus einem Katalog der Thüringenschau in Erfurt fand ich die Adresse eines Züchters. Der Zuchtfreund in Seligenthal war K. Ulbrich. Per Fahrrad suchte ich den Zuchtfreund auf und konnte einige Tiere dort käuflich erwerben. Nun hatte ich einen Neuanfang mit Farbentauben!.                                                        

Zur Ausstellung im „Grünen Baum“ in Steinbach konnte ich 3 Tiere ausstellen. Sie erhielten 2x sehr gut, 1x gut und einen Zusatz-Preis. Im nächsten Jahr brüteten die Tauben fleißig, doch ein Teil der Jungen verstarben noch im Neststadium am „Gelben Knopf“, heute sagen wir Trichomoniasis. Ein wirksames Mittel war nicht bekannt. Mein Vater hatte noch altes Diphtherieserum aus seiner Praxis, was schon verfallen war. Er machte mir den Vorschlag, die alten Tauben damit zu impfen. Was wir dann auch durchführten. Im nächsten Jahr gab es Jungtauben in „Hülle und Fülle“, keine „Verrecker“ mehr! Die Schildtauben hatte ich bis August 1959, im September begann ich mein Studium der Medizin in Halle/Saale. In den 50 er Jahren war es bei uns im Verein üblich mit einem 44 Plätze Bus die Thüringenschau in Erfurt zu besuchen. Der Vereinsvorsitzende, Erich Möcker, organisierte die Fahrt. Alle Plätze waren belegt. Ich hatte einen Klapphocker, der im Mittelgang aufgestellt wurde. Die meisten Zuchtfreunde hatten ihre Ehefrauen dabei, die in Erfurt einkaufen wollten. Bei meiner ersten Fahrt, kann ich mich erinnern, hatte ich meinen Geldbeutel zuhause vergessen. In Erfurt bemerkte ich erst beim Aussteigen das Malheur. Otto Grauel bat ich, mir was zu borgen. Er gab mir 5 Mark, ob das genug wäre, fragte er mich. Ich bestätigte es. Für diese 5 Mark bekam ich die Eintrittskarte und einen Katalog. Fast unglaublich! Ein Frühstücksbrot hatte ich wohl in der Tasche! 

Auf einer dieser Fahrten kehrten wir auf der Heimfahrt in Winterstein ein. Dort war auch Geflügelausstellung mit Tombola. Otto Neubert loste eine Torte, die gleich verteilt und verspeist wurde. Ich bekam auch ein Stück. Mutig wie er war, wollte er nun auch noch den Hauptpreis, einen Truthahn, gewinnen. Doch das klappte nicht, leider! Aber es war ein fröhlicher Abschluß eines erlebnisreichen Tages! Ich besuchte regelmäßig die Mitgliederversammlungen, die Erich Möcker nie vor 20.45 Uhr eröffnete. „Die Bauern müßten erst mit der Fütterung fertig sein“, war die Begründung. Ein Ende der Versammlung hatte ich nie erlebt, da wir Jugendlichen spätestens um 22.45 Uhr nach Hause gingen. Die Jahreshauptversammlung hatte die Bezeichnung „Generalversammlung“, scheinbar noch ein Attribut aus der Kaiserzeit. Wir tagten stets in der Gaststätte und Fleischerei „Walther“ im Hinterzimmer. Dort stand auch ein Klavier! War die Tagesordnung durch, so befahl mich Erich Möcker ans. Klavier zur musikalischen Begleitung des Taubenliedes mit allen Versen (in Es-Dur). 

Mit 15 Jahren wurde ich auf Vorschlag vom Vorsitzenden zum Schriftführer gewählt, da Albin Heusing, der bisherige Schriftführer, am „Grauen Star“ litt und operiert worden war, aber nicht recht mit Schreiben zurecht kam. Er stand aber auch mit der Orthographie auf Kriegsfuß, wie ich aus den bisherigen Niederschriften erkennen konnte. Aber es hat mir eigentlich Spaß gemacht die Protokolle zu schreiben. Schriftführer habe ich bis Sommer 1959 ausgeübt. Die Generalversammlungen mit gemütlichem Beisammensein gestalteten sich so: nach dem offiziellen Teil trafen meist die Züchterfrauen ein, die irgendetwas „Heimliches“ unter dem Mantel trugen. Mehrere Züchterfrauen verschwanden in der Küche und bereiteten „was Essbares“ vor. Nach 20 Minuten erschienen die Damen wieder mit Tabletts mit aufgeschnittenen Wurstscheiben, Brotscheiben und mit Tiegeln voller Rühreiportionen. Das wurde auf die Tische verteilt und bald erloschen die privaten Unterhaltungen und machten den Weg frei für schmatzende und mahlende Kaugeräusche untermalt von Zahnprothesenklappern! Waren Tellern und Schüsseln geleert, verschwanden die Züchterfrauen mit denselben in der Küche. 

Nach dem Essen wurde frisches Bier bestellt und auch höherpromillige Getränke. Die meisten Männer begannen zu rauchen, Zigaretten, Zigarren, einzelne auch Pfeife mit Tabak aus eigener Herstellung. Schon nach kurzer Zeit füllte sich der Rauch im Raum derart, daß uns das freie Atmen schwer fiel, die Augen brannten und tränten. Der Zimmerventilator wurde auf die höchste Stufe gestellt. Wir Jugendlichen waren das nicht gewöhnt. Aus Not rannten wir abwechselnd auf die Toilette um mal frische Luft zu schnappen. Aber mit den Jahren besserte sich das allmählich. Mit den älteren Züchterfreunden starben auch die Pfeifenraucher. 1958 fand in Steinbach die Rassegeflügelkreisschau auf 2 Sälen statt. 

Über 563 Tiere mußten wir unterbringen. Einen Katalog habe ich noch, häufig waren die Noten „gut“ vergeben. Die Qualität der Tiere war damals mit der jetzigen noch nicht zu vergleichen. 1967 wurden wieder Thüringer Schildtauben im Dachschlag angesiedelt. Sie stammten von einem Züchter aus Breitungen. Zuchtfreund Rößling hatte mir zwar eine Adresse in Schmalkalden bei Zuchtfreund Anschütz vermittelt, doch der rückte nichts raus außer einem hohlblauen Kreuzungstier mit Mövchenkopf für 20 Mark. Ja , auch solche Züchter gab es! 

Im Herbst 1967 bekam ich mein erstes „V“ auf der Kreisschau in Tiefenort. Bis 1970 versuchte ich mit den Schildern vorwärts zu kommen, doch hatte ich mit rostigen Binden zu tun. Auch 2 Tiere von Zuchtfreund Papst in Mühlberg waren davon betroffen. Dort gefielen mir die blauen Thüringer Mönchtauben, von denen ich 2 Paare erwerben konnte, doch waren diese nicht so flugfreudig wie die Schilder. Mit den Tauben im Oberboden gab es zu viel Dreck, daher wurde 1970 ein Gartenschlag an der Südseite des Hauses gebaut mit den Maßen 4,00m x 2,50m und gleich eine neue Rasse angeschafft. Fränkische Trommeltauben vom Züchter K. Meng aus Ütteroda in schwarz. Die Rasse vermehrte sich prächtig, ich mußte Haube und Nelke putzen lernen. 

Die Lipzia-Schau wurde mehrfach beschickt, aber den Titel „Sieger“ erzielte ich dort nicht, dagegen hatte ich auf einer Schau hier (Kreisschau?) bei 4 ausgestellten Tauben 2 x die Note „vorzüglich“ errungen. Die Fränkischen Trommeltauben hatte ich 10 Jahre lang. Das Ende verursachte der Befall mit Bandwürmern, die ich trotz mehrerer Therapiekuren nicht weg bekam. 1980 beschloß ich nochmal eine neue Unterkunft für Tauben zu schaffen, diesmal mit Baugenehmigung „ Zuchtanlage “ 6 x4 m groß vom Haus entfernt. Der Trommeltaubenschlag stand zu nah am Haus. Die Tauben setzten sich in die Fenster und liefen sogar in den Keller. Meine Chefin und Frau, Gerda, beschwerte sich! 1981 erfolgte der Einzug mit Thüringer Weißköpfen in blau und gelbfahl. Letzterer Farbenschlag kämpfte noch mit nicht völlig durchgezeichneten Handschwingen.

Ausstellungserfolge:

  • Interessenschau in Bad Liebenstein – 1,0 blaugehämmert „ vorzüglich “
  • Schleusingen – 0,1 gelbfahl ebenfalls „ vorzüglich “     
  • Viernau – 5,5 Voliere blaufahl  „ vorzüglich “
  • Lipzia-Schau – 2 x Sieger in blau und gelbfahl

 

Mehrmals Probleme mit Salmonelleninfektion, Tierarzteinsatz mehrmals! Rückschläge! Empfehlung: Alles schlachten! Mit neuen Tieren beginnen! Die blauen Weißköpfe fielen diesem Rat zum Opfer, bei den gelbfahlen und blaufahlen stoppte ich, da ich vermutete, daß ich der Einzige war, der damals diese Farbschläge hatte. Ich folgte dem Rat eines anderen Tierarztes. Antibiotikumgaben für eine Woche abwechselnd als Tablette bzw. Injektion! Damit hatte ich Erfolg! Dann kam die politische Wende, die auch für mich und meinen Beruf eine totale Umstellung bedeutete. Um- und Anbau der Praxis, fachärztliche Weiterbildung auf das Niveau der bundesdeutschen Standardmedizin nötigte mir eine Konzentration auf ganz andere Ziele ab, so daß die Taubenzüchterei eigentlich zu kurz kam. In einer schwachen Minute schrieb ich eine Annonce in die Geflügelzeitung zum Verkauf des gesamten Taubenbestandes. Wider Erwarten meldete sich ein Zuchtfreund Puchert aus Ginst auf Rügen, der einen Neustart für seine Taubenzucht suchte. Wir wurden handelseinig und mehr als 20 Tauben wechselten den Besitzer. Zurück blieb ein leeres Taubenhaus! Meine Züchterfreunde konnten mich nicht verstehen und schüttelten die Köpfe. 

Beim Besuch der „Nationalen“ 1993 in Dortmund sah ich erstmalig Echterdinger Farbentauben, die als Neuzüchtung erst 1983 anerkannt worden waren. 1994 startete ich mit 2 Paaren dieser Rasse einen Neubeginn. Auch wurde zum Schutz der neuen und seltenen Taubenrasse eine Voliere 10 x 4 m aufgebaut. Durch Umgestaltung im Innern des Taubenhauses entstand ein zweites Abteil, auch mit Außenvoliere von der Größe 4,50 x 4,50 m, in welchem 2004 Temeschburger Schecken einzogen. Freiflug für die Echterdinger wurde 1999 und 2000 mal probiert, doch leider hatte ich jedes Jahr Verluste. Meist solche Tiere betraf es, die man nicht verlieren wollte. In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts wurde noch ein Jungtaubenschlag mit Voliere gebaut zur besseren Entwicklung des Nachwuchses. Alljährlich wurden meist mehrere Ausstellungen beschickt mit meist  „sehr gut“ und auch mit einzelnen „vorzüglichen“ Ergebnissen. Die Echterdinger brachten als neue Rasse wenige ausstellungswürdige Nachzucht, sodaß ich 2008 noch Platz hatte für Rumänische Bärtchentümmler als 3. Rasse. Im gleichen Jahr wurde ich Mitglied im Thüringer Taubenclub, der monatlich Versammlungen im Arnstädter Raum abhielt. 

Dort gab es interessante Vorträge rund um die Taubenzucht. Außerdem wurde 2 jährig eine Clubschau durchgeführt. Auf einer solchen erzielte ich auf 0,1 Echterdinger ein „ vorzüglich “ und auch noch den Titel „Champion“. Mit den Rumänischen Bärtchentümmlern konnte ich auf der 9. Deutschen Tümmlerschau 2018 in Altenstadt 6 x „sehr gut“,   1x „hervorragend“ und 1 x „vorzüglich“ erzielen. Letzteres Tier brachte mir das begehrte Tümmlerband ein. 2010 fand die VDT-Schau in Erfurt in den Hallen der EGA statt. Die Veranstaltung wurde dem Thüringer Taubenclub übertragen. Beim Auf- und Abbau der Käfige war ich mit dabei. 

Seit 2011 haben wir Taubenzüchter mit einer neuen Taubenkrankheit unsere Probleme. Jedes Jahr haben wir Verluste zu beklagen, wirksame Arzenei gibt es nicht. Nun hoffen wir, daß durch eine Impfung der Jungtauben eine wirksame Bekämpfung dieser Jungtaubenkrankheit möglich wird. 

Meine Funktionen im Verein: 

  • von 1955 bis 1959 Schriftführer
  • anfangs der 70 er Jahre war ich für einige Jahre Ringwart
  • 1981 ? wurde ich zum 2. Vorsitzenden gewählt
  • 1989 schließlich zum 1. Vorsitzenden. Diese Funktion übte ich 25 Jahre aus.
  • 2014 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.                                             

Ehrungen:

  • BDRG Ehrennadel in Silber und Gold
  • Ehrenspange in Silber und Gold vom Landesverband Thüringen
  • Ehrennadel in Silber vom Kreisverband Bad Salzungen
  • Ehrennadel in Bronze vom VDT

Unser Dieter

Dieter Neubert erblickte Anfang des Jahres 1943 das Licht der Welt in einer nicht gerade beschaulichen Zeit. 

Schin als kleiner Bub wuchs er mit der Geflügelhaltung seines Vaters (vorrangig Tauben) auf. Später, so ab 1953, war er bereits mit Diensten für den Verein tätig. Einladungen für die Mitgliederversammlungen überbringen, Beiträge kassieren, aber auch an den damaligen Vereinsfahrten zu Ausstellungen, Vereinstreffen und Ausflügen war er frühzeitig beteiligt. Sein folgerichtiger Eintritt als Mitglied des Rassegeflügelzuchtvereins folgte am 10. Dezember 1966. Er begann die Taubenzucht mit den Startauben schwarz seines Vaters Otto Neubert. Als ordentliches Vereinsmitglied wurden ihm auch gleich Aufgaben übertragen, So war er vom 15.04.1967 bis 04.04.1969 Ringwart und vom 18.04.1970 bis 07.11.1974 Schriftführer des Vereins. Für seine aktive Vereinszugehörigkeit erhielt er 1975 die Ehrennadel in Bronze. 1976 errang er mit seinen Startauben schwarz auf der Landesausstellung in Erfurt das Grüne Band von Erfurt.

Um die Außendarstellung des Vereins im Ort zu verbessern, brachte er 1985 am Betrieb Bestecke und Schneidwaren Steinbach einen Schaukasten an und aktualisierte ihn. Wie auch andere Vereinsmitglieder beteiligte er sich im Ort 1987 an der Schadholzaufarbeitung des Forstwirtschaftbetriebes unter Leitung des Revierförsters Harry Schuck.

2001 startete Dieter einen Neuanfang in der Taubenzucht mit Thüringer Weißlätzen schwarz  und Modeneser Gazzi dunkel, bronzeschildig gesäumt. Gleichzeitig wurde er wieder als Schriftführer gewählt und bleib dies bis 25.07.2007. Im August 2002 erhielt er die Silberne und 2011 die Goldene Ehrennadel des Verbandes. Auf zahlreichen Ausstellungen errang er mit seinen Tieren bisher viele Ehrenpreise, so unter anderem das Unstrut-Band 2008 vom Landesverband in Sömmerda. 2021 wurde er mit der Silbernen Ehrenspange geehrt. 

Noch heute ist unser Dieter ein aktiver Mitstreiter und an allen Veranstaltungen und Vorhaben des Vereins tatkräftig beteiligt, ebenso seine Rita, die ebenfalls Vereinsmitglied ist und ohne die so manches nicht gelingen würde. 

Unser Gerhard

Gerhard Rößling, Baujahr 1934, unser ältester, erfolgreichster sowie bekanntester Züchter. Mitglied im Rassegeflügelzuchtverein Steinbach seit 1947. Das Interesse an der Taubenzucht weckte sein Onkel, Otto Grauel, der Bruder seiner Mutter. Er war ihm ein hervorragender Lehrmeister, mit großen Wissen ausgestattet und in ganz Deutschland bekannt, obwohl er kein Preisrichter war. Er schenkte ihm ein Paar Thüringer Flügeltauben blau, damit begann 1952 die Rassegeflügelzucht.

Der erste Taubenschlag entstand auf dem Dachboden im Elternhaus, der Bohrmühle. Bald kamen Thüringer Flügeltauben in schwarz und dann Thüringer Weißköpfe, (die Steinbacher Spezialrasse) ebenfalls in schwarz, dazu. Nach der Lehre als Werkzeugmacher widmete er sich intensiv der Rassegeflügelzucht, als Fußballer war er in der damaligen Bezirksliga ebenfalls noch aktiv. 1956 heiratete Gerhard seine Waltraud, kaufte ein großes Grundstück und baute ein Eigenheim mit Garten. Damit waren auch bessere Bedingungen für die Geflügelzucht gegeben. Thüringer Barthühner rebhuhnfarbig erweiterten die Zucht. Von seinem Onkel Otto erhielt er noch Th. Weißköpfe in blau und später in gelb. Auf der Kreisschau in Bad Salzungen stellte er erfolgreich Th. Barthühner rebhuhnfarbig und Th. Weißköpfe in blau aus. Je intensiver er sich mit der Zucht beschäftigte, so blieben auch Experimente nicht aus. In die schwarzen Weißköpfe kreuzte er sächsische Weißschwänze ein. Sein Onkel Otto sagte ihm: „Weißschwänze sind die grünsten Tauben“. Er hatte recht, denn nach 2 Jahren fielen die ersten brauchbaren Weißköpfe, mit grüner Bauchfarbe, aber farbigen Schwingen. Nach 3 Jahren stellte er sie in Dermbach aus und erhielt dort das erste V (Vorzüglich), inzwischen hat er 468 mal die Note Vorzüglich errungen, auf Grund vorhandener Bewertungskarten nachweisbar.

Neben den Barthühnern züchtete Gerhard auch noch Plymoth in gelb und errang damit in Viernau auf der Bezirksschau vorzüglich auf 0,1. Trotz dieses Erfolges stieg er anschließend auf Zwerg Welsumer um. Vorher hatte er außer den bereits genannten Hühnerrassen noch Zwerg Wyandotten in gelb, Bantam in schwarz und Dresdener in weiß. Durch diese Vielzahl an Rassen eignete er sich umfangreiche Rassekentnisse an, die ihm bei seiner Tätigkeit als Preisrichter zustatten kamen. Nicht nur aus den Anfangsjahren seiner erfolgreichen Zucht bleiben Anekdoten und kleine Geschehnisse in Erinnerung. Die Steinbacher Rassegeflügelzüchter hatten von den Anfängen her immer engsten Kontakt mit den Zuchtfreunden von Winterstein und so wurden die Ausstellungen gegenseitig besucht. Damals in den fünfziger Jahren noch üblich, es wurde gelaufen. Abmarsch war früh 5.00 Uhr, der Wintersteinsche Graben voller Schnee, im Untergrund Eis. Stürze waren damit vorprogrammiert. Da am gleichen Tag in Fischbach ebenfalls Ausstellung war, ging es von Winterstein per Pedes noch nach Fischbach weiter und wieder zurück über den Berg. Später mit einem Auto, hatte er eine feste Besatzung mit Otto Grauel, Gustav Eichel und Karl Trautvetter.

1969 waren die Steinbacher wieder in Winterstein zur Ausstellung, Tagestemperatur -30°C. Auf der Rückfahrt brach die Achse am Skoda. Zuchtfreund Kurt Berlit von Steinbach mußte mit dem W50 abschleppen. In der großen Kurve am Drehplatz war soviel Eis, der W50 kam nicht weiter. Die Besatzung aus dem Skoda mußte zur Beschwerung des W50 auf die Ladefläche umsteigen bei -30°C. Oben an der Skihütte konnte dann wieder umgestiegen werden. Otto Grauel sagte: „Ich meine es ist heute kalt“.

1957 wurde Gerhard Preisrichter der Gruppe H, im Laufe der Jahre folgten die Gruppen B,C, bis M. Als Preisrichter ist er bis heute bekannt und auf vielen Ausstellungen im Einsatz. Auch bei dieser Tätigkeit gab es kleine Anektoden zu berichten. Ab 1957 richtete Gerhard in Winterstein. Damalige Spitzenzüchter, wie Max Möller mit seinen Thüringer Mäusertauben oder der „Schwalbenkönig“ Hans Reißig mit seinen Schwalben, bestanden auf der Bewertung ausschließlich durch Gerhard. Er hatte in der Geflügelzeitung einen großen Artikel über die Thüringer Mäuser geschrieben, der von diesen alten erfahrenen Züchtern mit großer Begeisterung aufgenommen worden war.

Um die zu DDR-Zeiten ständig klamme Finanzkasse aufzubessern, wurden zu den jährlichen Ausstellungen Tombola veranstaltet. Die Organisation dafür übernahmen Gerhard und Waltraud Rößling. Da Gerhard viele Zuchtfreunde kannte, hatte er auch Beziehungen in alle möglichen Industriezweige. Außerdem waren für ordentliche Messer viele Dinge zu bekommen. So gab es von Empfertshausen Schnitzereiartikel, von Georgenthal Porzellan, Vasen und Teller als Preise und die kleineren Teile für die Tombola. Von Südthüringen gab es Spielzeug, wie z.B. geschnitzte Holzschiffe. Die Beziehungen waren auch noch nach der Wende teilweise aktuell. Haupttätigkeitsfeld blieb jedoch immer die Rassegeflügelzucht Die Ausstellungserfolge blieben nicht aus. Die DDR-Siegerschauen in Leipzig wurden regelmäßig beschickt, als Aussteller und als Preisrichter. Jedes Jahr wurden 2 bis 3 Siegertitel errungen.

Die Internationalen Taubenausstellungen in Brünn und Budapest wurden je 1 mal beschickt, hier durften nur auserwählte Züchter teilnehmen. Die Erfolge waren 2 Internationale Titel mit Höchstnoten. Auf vielen weiteren bedeutenden nationalen und auch regionalen Ausstellungen waren die Rassetiere Gerhards zu bewerten und zu betrachten. Die errungenen Preise sind umfangreich und füllen ein ganzes Zimmer, dazu gehören Bundesehrenmeister, Deutscher Meister, Europameister, aber auch in die Verbandsarbeit war und ist er intensiv eingebunden. In vielen Funktionen hat er sein umfangreiches Wissen weitergeben können: 40 Jahre Kreiszuchtwart, viele Jahre Mitglied im Kreisvorstand, Ehrenmitglied im Kreisvorstand, 1. Vorsitzender des Sondervereins Thüringer Farbentauben von 1980 bis zur Wende, Ehrenvorsitzender des Sondervereins Thüringer Farbentauben, 2. Landesverbandvorsitzender von Thüringen von 1992 bis 2012, Ehrenmitglied im Landesverband Thüringen, Ehrenmitglied in der Preisrichtervereinigung Deutschland, Ehrenmitglied im Zuchtbuch Thüringen.

Unser Steffen

Steffen Peter, ein Landwirt, Geburtsjahr 1964, trat als Kind in die Kinder- und Jugendgruppe des Rassegeflügelzuchtvereins 1974 ein. Der Jugend-Obmann war damals unser verstorbener Zuchtfreund Eberhard „Ebi“. Grahn.

Die erste Ausstellungsbeteiligung erfolgte im gleichen Jahr in Steinbach mit Thüringer Schwalben in rot und Thüringer Schwalben in schwarz mit Haube. Sein Vater beteiligte sich intensiv am Putzen der Ausstellungstiere. Als Jungzüchter erhielt er für seine roten Schwalben den Ehrenpreis. Die Tiere stammten vom Wintersteiner Taubenzüchter Armin.

Die Jugendgruppe beteiligte sich in den folgenden Jahren an den regionalen Ausstellungen (Interessenschauen) in Schweina und Bad Liebenstein, wo Ehren- und Zuschlagspreise erzielt wurden. Viel Spaß hatten die Kinder an den Unternehmungen mit ihrem Jugendobmann und auch an den Tierbesprechungen. Bei der nächsten Ausstellung in Steinbach stellte er neben den Tauben auch erstmals Zwerghühner Zwergwelsumer aus. Der Jungzüchter Steffen erhielt dafür den KVE, die Küken stammten aus einer Berliner Zuchtgemeinschaft. Die Tauben erreichten Ehren- und Zusatzpreise.

1978 brannte der großelterliche Hof nach zwei Brandlegungen zu großen Teilen ab. Unter den Opfern waren sämtliche Tauben, aber auch die Zwerghühner und die meisten rebhuhnfarbigen Italiener des Großvaters. Jungzüchter Steffen bekam eine neue Rasse, Zwerg-New Hampshire in goldbraun. Die Ausstellung dieser Tiere auf der Interessenschau im Nachbarort verlief nicht so erfolgreich. Der Zuchtfreund Willi Römhild aus Steinbach wurde um Rat und Unterstützung gebeten, er hatte diese Rasse lange Zeit gezüchtet.

1980 kamen vom Mühlhäuser Zuchtfreund Hartung Thüringer Schwalben in den Farbschlägen rotfahl und rotgehämmert auf den Hof. Zur Interessenschau in Bad Liebenstein wurden sie im selben Jahr ausgestellt. Der Jungzüchter bekam dafür einen großen Ehrenpreis auf einen rotfahlenen Täubert. Am Züchterabend wurde nur das fehlen des Ringes kritisiert. Die Zwerg New Hampshire waren nicht sehr erfolgreich und so wurde an Zwerg Welsumer gedacht. Im Jahr darauf beteiligte er sich erstmals an der Kreisschau in Urnshausen. Die Zwerg New Hampshire waren wieder wenig erfolgreich. Da auch der Gr0ßvater mit seinen Italienern wenig Erfolg hatte, wurden nun wieder Zwerg Welsumer angeschafft.

Die Thüringer Schwalben wurden unter Anleitung des Jugendobmanns Eberhard Grahn für die Ausstellung in Viernau vorbereitet und dort ausgestellt. Das Ergebnis war ein Ehren-Preis. Die Nachzucht dieser Rasse gestaltete sich aber etwas schwierig. In der Jugendgruppe wurde über die Zucht von Thüringer Barthühnern in blau diskutiert und so besorgte er sich praktisch über Nacht schwarze Barthühner und einen weißen Hahn. Die anschließenden Zuchterfolge waren mangelhaft, im Gegensatz zu den Zwerg Welsumern. In den 90 er Jahren kamen Urzwerge auf den Hof; Sebright in silber und gold. Mit den Urzwergen ging es zu den Hähnekrähen und auch zweimal zu Ausstellungen, auf denen es hv und kleine Preise gab. Die Tiere wurden dann jedoch an den Jungzüchter “Trüser“ abgegeben.

Nun kamen wieder Thüringer Flügeltauben in schwarz in den Schlag, die von 2 Züchtern aus der Rhön stammten, auf der Werratalschau erstmals ausgestellt wurden und ein hv und kleinere Preise erreichten. Im Jahr darauf besuchte er Winterstein und erwarb dort vom Zuchtfreund Rene´Ott Flügeltauben in rot und im nächsten Jahr vom Zuchtfreund Boht den gelben Farbenschlag. In den 90 er Jahren wurden etliche regionale Ausstellungen beschickt, mit zum Teil sehr guten Ergebnissen. Auf einer Werratalschau kaufte er 2 Paar Thüringer Kröpfer in weiß. Das war natürlich ein besonders schöner Anblick, wenn die weißen Tauben die Taubenburg im Hof anflogen. Allerdings kam ein neuer Nachbar mit Katzen in die Nachbarschaft, deren Lieblingsspeise diese Tauben wurden. So mussten neue Tauben bei, diesmal Startauben in schwarz, die jedoch die Taubenburg nicht annahmen. Auf der Sonderschau Thüringer Farbentauben 2004 in Möhra stellte er seine Tauben ebenfalls aus und erhielt auf eine Flügeltaube rot ein vorzüglich, worüber er sich sehr freute.

Neue Urzwerge kamen auf den Hof, diesmal Antwerpener wildfarbig. Sie sorgten bei Hähnekrähen und Ausstellungen für Pokale und Ehrenpreise. Abgegeben wurden sie an eine Jungzüchterin in 2020. Für die lange Vereinszugehörigkeit erhielt Zuchtfreund Steffen Peter die Ehrennadel des BDRG in Silber und Gold.

Weitere Veranstaltungen

Hühnerkirmes 2022

Jahreshauptversammlung 2022

Termine und Veranstaltungen

Sobald neue Termine des Vereins bekannt werden, werden diese hier veröffentlicht. 

 

Veranstaltung Ort Datum

Jubiläumsschau 2022

Für das leibliche Wohl ist rund um die Uhr gesorgt!

SAMSTAG

9:00 - 17:00 Uhr 

Feierliche Eröffnung um 10:00 Uhr

SONNTAG

9:00 - 16:00 Uhr

Gasthaus Luthergrund
Kallenbach 19
36448 Steinbach

10. + 11.
Dezember

Dezember

10. + 11. Dezember
Jubiläumsschau 2022 
Ort: Gasthaus Luthergrund – Kallenbach 19 – 36448 Steinbach

SAMSTAG:
9:00 – 17:00 Uhr 
Feierliche Eröffnung um 10:00 Uhr

SONNTAG:
9:00 – 16:00 Uhr

Für das leibliche Wohl ist rund um die Uhr gesorgt!